Divertissements - Oboe und Gitarre

 

Die in Prag geborene Oboistin Michaela Hrabankova bringt mit ihrer neuen CD „Divertissements“ eine seltene Klangkombination zu Gehör. Mit ihrem französischen Duett-Partner Gabriel Bianco an der Gitarre spielt sie Werke im Stile der Salon-Musik des 19.Jahrhunderts. Eingängige Melodien und ein schöner Oboenton schaffen in Verbindung mit dem weichen Gitarrenklang ein wohliges Ambiente.

 


Die wenig bekannte und gehörte Kombination von Oboe und Gitarre ist sehr stimmungsvoll und zu Unrecht wenig gespielt. Der erste Gedanke, die Oboe würde die Gitarre verdecken bestätigt sich in keinster Weise. Filigran tritt Gabriel Bianco an wichtigen Passagen hervor und begleitet ebenso zurückhaltend und einfühlsam.

 

Der leichte französische, aber keineswegs zu helle, Oboenklang Hrabankovas passt sehr gut zum gewählten Repertoire. Neben den Duo-Sonatinen von Karl Pilss (1902-1979),  Ferdinand Rebay (1880-1953), und Barna Kováts (1920-2005) erklingen von Napoléon Coste (1805-1883) das Duo Le Montagnard und die Fantasie „Le Départ“ für Gitarre solo.

 

Die zu Beginn der CD interpretierte Sonatine von Karl Pilss, entstanden 1942, erinnert in seinen Melodien und der Harmonik an die Sonate für Oboe und Klavier von Saint-Saens. Schwebende Oboentöne und kleine Girlanden ziehen den Zuhörer mit Spannung und Entspannung in seinen Bann. Die klangliche Nähe zu seinem Lehrer Ferdinand Rebay, dessen zweite Sonate an dritter Stelle der CD erklingt, ist leicht zu erkennen. Neben dem gleichen Entstehungsjahr 1942 ähneln sich die Sonaten im Klangbild und der Harmonik ohne ihren unverwechselbaren Charakter zu verlieren.

 

 Zwischen den beiden Sonaten passt sich die Fantasie Dramatique „Le Départ“ von Napoléon Coste hervorragend ein und Gabriel Bianco kann hier vollauf mit seinem breiten Klang- und Technikspektrum glänzen. Auch im Zusammenklang mit der Oboe überzeugt Napoléon Coste mit  „Le Montagnard“. Mit spielerischer Leichtigkeit werfen sich die beiden Instrumente die Melodien zu und erwecken den Eindruck einer Unterhaltung zwischen Oboe und Gitarre.

 

Mit der Sonatine von Barna Kováts, ebenfalls entstanden in den 40er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts,  schließt die CD. Die reiche Harmonik und die anspruchsvollere Rhythmik lassen die Sonate etwas moderner wirken. Volkstümliche und klassische Einflüsse prägen aber auch hier das Klangbild und lassen den Hörer mit Leichtigkeit den eingängigen Melodien folgen.

 

 

Eine wirkliche schöne und hörenswerte CD, die Oboenliebhabern  viel Freude bereiten wird und sich diesem selten gespielten Repertoire widmet.

 

CD erschienen bei AD VITAM RECORDS für 16€.

 

CD mit Booklet
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Kommentare: 1
  • #1

    Mario Karger (Sonntag, 05 März 2017 11:35)

    Für Oboe und Gitarre gibt es auch schöne Einspielungen von "Duo Concertante" (Bernd Holz/ Tadashi Sasaki) und dem "Duo Geminiani" (Helmut Schaarschmidt/ Bernhard Hebb).
    Ich finde die Kombination Oboe und Gitarre klanglich sehr angenehm.