Rohre umbinden

 

Ein Rohr auf eine neue Hülse umzubinden, kann von großem Vorteil sein. Zum Beispiel wenn man neue Hülsen testen will, da hier der Faktor des unterschiedlichen Holzes und der immer etwas anderen Bauart außer acht gelassen wird. Man kann dabei sehr gut die Unterschiede der Hülsen feststellen.

 

 

1. Zunächst wird genau über der Wicklung eine Zwinge befestigt. Dabei sollte man beachten, dass diese straff genug angezogen wird, damit das Rohr beim Entfernen des Fadens nicht verrutscht.

Sie sollte aber auch nicht zu fest gezogen werden, da sonst das Holz zu stark gequetscht wird und schaden nehmen kann.

 


 

2. Nun kann der Faden mit einem Messer durchtrennt werden und man kann vorsichtig den Holzteil (Puppe) von der Hülse ziehen.

Wenn die Zwinge richtig angebracht worden ist, kann die Puppe nicht verrutschen und sie behält die Spannung des Rohres bei.


 

3. Jetzt kann die Puppe auf die neue Hülse gesteckt werden. Wenn die Hülse nicht zu verschieden von der Vorherigen ist (z.B. gleicher Typ und nur anderes Material oder Länge), kann man das Rohr meist schon vor dem erneuten Aufbinden testen. Allerdings muss es dabei dicht sein, sonst wirkt es zu schwer.

Beim Aufstecken auf die Hülse sollte zudem die Gesamtlänge und die Hülsenlänge beachtet werden. Die neue Hülse muss genau an der Zwinge enden, sonst wird das Rohr undicht oder das Holz wird zu sehr gequetscht. Am Besten misst man den Abstand vom unteren Ende der Hülse bis zur Zwinge und vergleicht diesen mit der Hülsenlänge.


 

4. Zum Schluss kann das Rohr wie gewohnt aufgebunden werden. Dabei sollte man darauf achten, dass es gerade auf der Hülse sitzt und das man nicht an die empfindliche Spitze des Rohres stößt.

Nun sollte der Druck auf das Holz komplett vom Faden übernommen worden sein, so dass die Zwinge locker sitzt.

Jetzt kann die Zwinge entfernt werden.


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Kommentare: 3
  • #1

    Gerhard Veith (Dienstag, 04 Juni 2013 20:37)

    Schön bebilderte Anweisung! Ich umwickle das Holz oberhalb der beschriebenen Zwinge noch mit einem Streifen Haushaltsfolie, allerdings nicht ganz bis zur Spitze, um diese nicht zu beschädigen. Das gibt dem Rohr bei dem Tranfer von Hülse zu Hülse meiner Erfahrung nach noch deutlich mehr Stabilität. Es empfiehlt sich, dabei die Folie nicht glatt abzureissen, sondern ein kleines Stück des Streifens stehen zu lassen. Das erleichtert dann nach dem Umbinden das Abwickeln der Folie ungemein!

  • #2

    David Werner (Donnerstag, 06 Juni 2013 10:26)

    Stimmt, dann läuft man nicht Gefahr, dass das Rohr sich verschiebt. Danke für den Tipp :-)

  • #3

    Michael (Donnerstag, 02 Februar 2017 11:00)

    Das kenn ich auch von meinem lieben Lehrer Heinrich Hickel (Nationalheater Mannheim).
    Allerdings verlieren die Rohre dabei immer etwas Spannung und schwingen nicht mehr richtig wie im Ursprungszustand. Zumindest bei meinen.